Kabarett im Abseits

Atmosphäre schaffen mit Anarchie und Aberwitz

von Alex Fischer, 01. November 2013

Der Kleinkunstpreisträger, Musiker und Komponist Norbert Bürger ruft eine Kabarett-Reihe ins Leben. In der Neustifter Kneipe Abseits will er der deutschsprachigen Szene einmal im Monat eine Bühne bieten.
„Ich möchte da meine ganzen Kontakte nutzen“, sagt der Freisinger Musikkabarettist und denkt dabei an das „Orchester Bürger Kreitmeier“ mit der er 2006 den Deutschen Kleinkunstpreis bekommen hat. Einen Namen hat das Kind auch schon. „Kabarett im Abseits“ soll es heißen.

Die ersten Termine stehen. Los geht es mit dem Duo „Senkrecht und Pusch“ am Donnerstag, 28. November um 20 Uhr. Die Kultur-Katakombe im Abseits hält Bürger für ideal um dort junge Talente, aber auch die Arrivierten der Kabarett- und Kleinkunstszene auftreten zu lassen. Der Plan ist mehr Kultur in die Neustifter Kneipe zu holen. Das klappt, davon ist der Musikkabarettist überzeugt. „Der Saal hat mit 80 Sitzplätzen die ideale Größe“, sagt Bürger.  Das sehe nicht nur er so. Er habe mit den verschiedensten Kulturschaffenden in Freising geredet und viel Zuspruch erhalten für seine Vorhaben. Der Lindenkeller ist seiner Ansicht nach für manches einfach zu groß geraten, also mehr für Kabarett geeignet, das bereits im Funk und Fernsehen gelaufen sei. Stichwort: Quatsch Comedy Club. Das Abseits soll eine echte Alternative sein. Denn es gibt viel mehr hörens- und sehenswertes, als das Rundfunk und Fernsehen glauben machen, viele junge Talente, die nach oben streben. Genau hier bei Kreativität, bei Anarchie und Aberwitz will Norbert Bürger ansetzen. Viel versprechende Newcomer gebe es nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich und der Schweiz. Und selbst die, die längst ganz oben angekommen sind, im Olymp des Kabaretts, suchen nach einer Abwechslung. Nach Spielstätten mit Club-Atmosphäre zum Beispiel. Die Kontakte sind geknüpft. Norbert Bürger hat  Zusagen von Michael Altinger, Faltsch Wagoni oder Ecco Meineke. Man kennt sich. Bürger sagt: „Ich rufe die einfach an und wir schauen, ob es gerade in ihren Tourplan passt.“ Es schweben ihm alle Richtungen des Kabaretts vor. „Auch politisch, egal was“, stellt er klar. Auf jeden Fall will er mit „Kabarett im Abseits“ dazu beitragen, dass es die Neustifter Kultkneipe länger gibt, als die momentan im Raum stehenden zwei Jahre. Vielleicht tritt Norbert Bürger ja mal selbst auf im Abseits – als Kabarettist. Sein Solo-Programm „Bürger from the hell“ ist nicht von schlechten Eltern. Wenngleich der Spiritus Rektor sagt: „Ich mache das nicht für mich, ich mag einfach, dass die Leute kommen und sich das anschauen“.